„Das erste Mal?“

Wann habe ich es das letzte Mal erlebt, dass ich mich dabei ertappe meine Meinung zur „Lage der Nation“, zu irgendeinem Thema so grundlegend zu ändern? Besonnene Menschen, Menschen, die nichts so leicht aus dem Gleichgewicht bringt verblüffen mich im Wochentakt mit ihren Äußerungen, und ich wünsche mir manches Mal, ihnen und mir, ihre und meine Äußerungen noch einmal vorspielen zu können. Was ist da mit mir, uns los? Was macht die Situation mit uns? Was machen wir in dieser Situation?

Es gibt da Dinge, Alltagsbegebenheiten, die zu Ändern oder zu Übernehmen war schon lange überfällig.

Ein Geburtstagskaffee, der auszufallen droht, weil die Gäste für die lange Anfahrt keine Zeit haben – jetzt wird er unter dem Eindruck der Verhältnisse kurzentschlossen in einen „virtuellen Konferenzraum“ verlegt. Die Gäste versammeln sich von ihrem Computer, decken in ihrem Heim oder Home Office den Tisch und dann wird gemeinsam das Geburtstagskind hochleben gelassen, es wird gesungen, Kaffee getrunken und geplaudert. Da kann die Schwester aus den USA teilnehmen, die sonst nie zu einem Geburtstagskaffee eingeladen worden wäre, aber auch der Schwager aus Münster, der sicherlich nicht für einen Kaffee in Hamburg vorbeigeschaut hätte. Ja, die Eltern aus Wedel und Hamburg, der Bruder aus Pinneberg und der Sohn hätten vorbeigeschaut aber jetzt ist die Gemeinschaft viel weiter, jetzt können sogar zwei Geburtstagskinder zusammen feiern, die ansonsten jeder ihre Feier vor Ort unabhängig voneinander erlebt hätten.

Das hätte ein trauriger Geburtstag werden können. So wurde er zu einem Highlight für alle Teilnehmenden.

Es gibt keinen Rückschritt oder keine Herausforderung, ohne dass sich eine neue Möglichkeit eröffnet. Es geht nicht darum was passiert, es geht immer nur darum wie ich entscheide damit umzugehen und die Situation wahrzunehmen. Ja, diesen Satz haben wir schon oft gehört, nicht wahr: „Schenkt Dir das Leben Zitronen lerne Limonade daraus zu machen“! Aber in einer Situation in der ich nicht weiß was wirklich ist und ich keine Idee habe, weil mir die „Blaupause“ fehlt, was ich daraus machen kann, kommt es mehr denn je darauf an der Bestimmer, der Creator, der Regisseur meiner Zukunft zu werden. Es kommt darauf an das Heft wieder in die Hand zu nehmen. Gut gesagt, aber wie gehe ich damit um, wenn ich wie gelähmt, einfach überwältigt bin. Ja dann passiert es den Herren und Damen, „Regisseuren ihres Lebens“, dass sie heute etwas äußern und schon morgen wieder zurückrudern. Manchmal ist die Flut der Eindrücke so groß, dass wir diese Änderung der Richtung gar nicht sofort bemerken. Da ist es gut Menschen um sich zu haben, die einen verblüfft anschauen, die Einen fragen, die sich „überrannt“ fühlen und das dann auch zum Ausdruck bringen, die einem die Chance geben wieder einmal inne zu halten und Luft zu holen. Ich habe in den letzten drei Wochen häufiger Äußerungen meiner Kinder, wie „intellektueller Bullshit“ entgegennehmen dürfen. Ich durfte innehalten und feststellen, dass ich zwar oft in die richtige Richtung ruderte, aber über das Ziel hinausgeschossen bin oder mich auf einer Nebenstrecke wiederfand, dass ich in meiner ersten Begeisterung für eine Erklärung oder Lösung wichtige Annahmen unberücksichtigt gelassen hatte.

In Zeiten wie diesen werden die Karten neu gemischt, das Spielfeld verändert sich und es ergeben sich viele, viele neue Chancen. Zeiten wie diese ermöglichen Neuausrichtung und damit die Möglichkeit ein altes, ungeliebtes Spielfeld zu verlassen und auf ein neues Spielfeld zu gehen. Zeiten wie diese ermöglichen vielfältige neue Herangehensweisen und Veränderungen, die eigentlich, so rückblickend, „logisch“ sind, aber trotzdem bisher nicht genutzt wurden.

Nutze die vielen, vielen Chancen, nutze deine Chance!

Bleib gesund!

 

Herzlichst, Tilo Maria

© Tilo Maria Pfefferkorn

Von |2020-03-27T12:12:44+01:0027. März, 2020|Allgemein, News|0 Kommentare

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